Wörns der Woche 9.Spieltag: Claudio Pizarro (FC Bayern München)
Die bajuwarische Leichtigkeit des Seins. Schon in der letzten Woche katapultierte sich Abwehrmann Lucio dank spektakulärem Individualversagen auf den Thron des „Wörns der Woche“. An diesem Spieltag war es zwar nicht seine dürftige Gesamtvorstellung, die Bayerns Stürmer Claudio Pizarro zu den selben Ehren kommen lässt, dafür aber eine kleine, extrem eigenwillige Aktion Pizarros kurz vor dem Pausenpfiff des Münchner Heimspiels gegen Frankfurt. Frankfurts Kyriagos hatte Pizarro umgegrätscht und Schiedsrichter Meyer auf Elfmeter entschieden. Der Gefoulte verweigerte daraufhin dem nominellen Elfmeterschützen Roy Makaay den Ball, trat selbst an – und verschoss.
„Das war das letzte Mal, oder?“ sagte Mark van Bommel, auf die Szene angesprochen, neckisch lächelnd in die Fernsehkameras, während der schon während des Spiels unversöhnliche Makaay lieber jeglichen Kommentar für sich behielt. Felix Magath zeigte sich über die Geschichte nach dem Spiel eher amüsiert denn pikiert, wollte Pizarro „nicht übel nehmen, dass er Tore machen will“, und wird von einer Geldstrafe absehen. Dass derartige Eitelkeiten nur durch anschließenden Leistungsnachweis zu legitimieren sind und ansonsten durchaus schädliche Folgen für eine Mannschaft haben können, wird er seinem peruanischen Stürmer in einer ruhigen Minute aber mit Sicherheit nachdrücklich klargemacht haben.
Tim Sohr
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