Wörns der Woche
16.Spieltag:
Carlos Grossmüller (FC Schalke 04)

Autor: Tim Sohr
 
Eigentlich ist es ein Phrasenrelikt aus den Achtzigern, dass auch aufgrund mangelnder internationaler Wettbewerbsfähigkeit Uruguays heutzutage kaum mehr gebraucht und daher in Vergessenheit geraten ist: „Die Urus sind nicht zimperlich, von denen kriegt man immer ordentlich auf die Socken.“ Dieser alten Fußball-Weise fügte Schalkes Carlos Grossmüller vorletzten Spieltag vor der Winterpause eine neue Strophe hinzu, als es ihm als erstem Spieler der Bundesliga-Historie gelang, als noch nicht eingewechselter Spieler des Feldes verwiesen zu werden. Zuvor hatte der langweilige Fabian Ernst, der sich sonst so leidenschaftlich und charismatisch gibt wie eine Sanduhr, den Frankfurter Michael Thurk umgestoßen und damit eine Rudelbildung verursacht. Auch Grossmüller beteiligte sich an dem Gerangel, indem er aufs Feld lief und Thurk ins Gesicht fasste, um sich danach klammheimlich wieder vom Acker zu machen. Schiedsrichter Dr. Fleischer erteilte Rot in Abwesenheit und brandmarkt Grossmüller damit zum Stellvertreter einer – von Bordon (verweigerte Handschlag mit Kyriagos) bis Jones (während und nach der Partie mit schwer erträglicher Arroganz) – rundum unsympathischen Schalker Truppe, die sich nicht erst seit diesem 2:2 bei der Eintracht maßlos selbst überschätzt und in dieser Saison schon froh sein sollte, wenn sie einen UEFA-Cup-Rang erreicht. Alles andere ist nämlich Utopie.
 
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