Wörns der Woche 16.Spieltag: Peter Skov-Jensen (VfL Bochum) Autor: Tim Sohr
Die Dichte an haarsträubenden Torwartfehlern war an diesem Bundesliga-Wochenende so hoch wie selten. Da griff Tomislav Piplica auf eine Weise daneben, die man in seinem Zusammenhang schon unnachahmlich nennen muss. Da lief Tim Wiese so halbherzig aus dem Werder-Tor wie ein unmotivierter Mario Basler in faulsten Zeiten. Da blieb Christian Wetklo im Borussia-Park zu Mönchengladbach vor dem Gegentor seine Erstligatauglichkeit auf haarsträubendste Weise schuldig. Und da war Peter Skov-Jensen in den entscheidenden letzten Minuten von Stuttgart so orientierungslos wie ein Kreiselkompass ohne Magnetspule.
Um aus diesem Potpourri aus Peinlichkeiten einen Protagonisten herauszufiltern, der mehr „Wörns“ war als die anderen, muss man sich aufs Wesentliche konzentrieren. Piplica schadete gegen die Bayern seiner aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft zwar nachhaltig und verbucht zudem den lächerlichsten der genannten Fehlgriffe auf seiner Habenseite, seine Mannschaft glich den Fauxpas allerdings aus, um später ein weiteres Tor zu kassieren, welches das Spiel letztendlich entschied und an dem der 37jährige Bosnier schuldlos war. Wieses Fehlgriff bei der Frankfurter Eintracht blieb für den Spielverlauf gar völlig folgenlos, zudem machte der selbsternannte Nationalmannschaftsanwärter darüber hinaus mit einigen Klasseparaden einen soliden Eindruck. Der dramatische Last-Minute-Ausgleich des FSV Mainz 05 nahm der Wetklo-Panne beinahe jegliche Brisanz. Der größte Depp war daher Peter Skov-Jensen, der Torwart in Diensten des VfL Bochum. 87 Minuten kämpften seine technisch und taktisch leicht limitierten Mitspieler um das Unentschieden, das sie auch verdient gehabt hätten. Bis Skov-Jensen, nach einer Ecke umherirrend, ein unüberschaubares Tohuwabohu im eigenen Strafraum verursachte. Der VfB Stuttgart nutzte die Situation in Gestalt von Marco Streller und im Stile einer Spitzenmannschaft. Einer Spitzenmannschaft, die von den Mannen aus Bochum beileibe nicht dargestellt wird. Deshalb brauchen sie ja auch, noch ein wenig mehr als viele andere Teams, einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten. Den hatten sie kurz vor Schluss im Gottlieb-Daimler-Stadion aber leider nicht. Da stand nämlich stattdessen der „Wörns der Woche“ des 16. Spieltags. VfL-Torjäger Theofanis Gekas sprach von einem „tragischen Fehler“. Psychologisch könnte dieser Fehler die Bochumer mehr als nur die Punkte kosten.
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