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Wörns der Woche
11.Spieltag:
Josip Simunic (Hertha BSC Berlin)

Autor: Henning Hildebrandt
 
In den späten Siebzigern und frühen Achtzigern sorgten die Dukes, die mit ihrem verschweißten Dodge „General Lee“ durch die Südstaaten-Landschaft preschten, in der Kultserie „Ein Duke kommt selten allein“ für Aufregung in der amerikansichen Provinz. Aber nicht nur ein Duke, sondern auch ein Wörns kommt selten allein und sorgt für selbige auf den Fußballplatz. Und so gaben sich die Anwärter auf den “Wörns der Woche“ des 11.Spieltags bei ihrer Bewerbung die Klinke gegenseitig in die Hand: Thomas Doll, Trainer des Hamburger SV versuchte alles, um dem Verein zu helfen. Neuer Torwart, neuer Sturm und eine Kaderverbannung. Es half nichts. In München versagte der Argentinier Demichelis und verschuldete die 0:1 Niederlage der Bayern. Doch der General unter den Wörns-Talenten dieser Episode ist: Josip Simunic. „Ich kann dazu nichts sagen. Ich dachte, wir spielen Fußball“, sagte der Kroate in Diensten der Berliner Hertha nach dem Spiel bei Arminia Bielfeld. In Minute 28 dachte Simunic wohl eher, dass er am Mittelkreis seinen Ehering verloren haben könnte, so konsequent ließ er Ball und Gegner stehen, wandte sich von beiden ab und schritt zwei, drei Schritte Richtung Mittlellinie. Sibosisu Zuma, ballführend und körpertäuschend im Strafraum beschäftigt, blickte irritiert nach oben, sah sich keines Gegenspielers mehr ausgesetzt und vollendete mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0. Simunic vergaß in seiner Aufregung ob des möglichen Besitzverlustes leider, dass ein Spiel erst durch einen Pfiff des Schiedsrichters unterbrochen wird und nicht durch das Fahnenwinken des Assisten. Doch Jungschiedsrichter Michael Kempter aus Sauldorf unterließ diesen berchtigterweise mangels Abseitsstellung des Südafrikaners. Der Hertha-Trainer Götz schüttelte nach der Partie den Kopf, wir aber schütteln dir, lieber General Josip, die Hand: Glückwunsch zum unangefochtenen „Wörns der Woche“.
 
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