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06.04.07
Fortsetzung
3. Klaus Toppmöller / Georgien
Die Fragwürdigkeit dieses Engagements ergibt sich im Vergleich zu den bereits genannten Trainern aus einem anderen Grund. Denn fragwürdig ist nicht das eigene Geschick, sondern die vielmehr die Wahl des Arbeitgebers. Klaus Toppmöller ist eben kein Trainer, dessen Erfolgshunger in Deutschland nie gestillt wurde. Im Gegenteil: In Bochum war er erfolgreich und nach der Saison 2001/02 in Leverkusen mit drei traurigen Zweitplatzierungen in CL, Meisterschaft und Pokal wurde er von den Sportjournalisten zum „Trainer des Jahres“ gewählt. Sein Weg ins Ausland hätte nur zu den Spitzenvereinen Europas führen können. Doch blieb er im Moral gebrochenem Leverkusen, wurde entlassen und setzte den Misserfolg in Hamburg fort. Dennoch sollte man meinen, dass andere lukrative Trainerposten für ihn weiter bereit gestanden hätten. Er entschied sich jedoch für eine Pause und auch gegen das ambitionierte Hoffenheim. Stattdessen trainiert er seit Februar 2006 die georgische Nationalmannschaft. Auf den ersten Blick fragwürdig, verbindet man mit Georgien nicht unbedingt die höchste Fußballkunst Europas. Mit einem Verweis auf den Niederländer Guus Hiddink könnte man die Herausforderung dieser Aufgabe als Anreiz akzeptieren. Doch bieten sowohl Australien als auch Russland die sicherlich sportlich reizvollere Umgebung. Den georgischen Verband wird es gefreut haben, einen solch namhaften Trainer verpflichten zu können. Ob Toppmöller damit allerdings die bestmögliche Adresse im Ausland gewählt hat, darf hintergefragt werden. Eine Äquivalent zum griechisch-deutschen Märchen wird es wohl nach momentanem Stand, Platz fünf hinter Frankreich, Schottland, Ukraine und Italien in der EM-Qualifikations-Gruppe B in Georgien nicht geben.
4. Lothar Matthäus / Red Bull Salzburg (Österreich)
Lothar Matthäus. Als Spieler Weltklasse. Als Trainer genauso fragwürdig wie gefragt. Während in Deutschland regelmäßig nur einer fragt, ob er denn nicht der richtige wäre für den suchenden Klub, nämlich er selbst, sind die Anfragen aus dem Ausland weitaus größer. Vermutlich weil dort die Erfolge als Spieler und der Name als Marke mehr zählen als das aktuelle Gesamtbild des Mannes, der von sich gerne in der dritten Person spricht. Denn in Deutschland verbindet man mit dem Namen Matthäus auch überschätzte Selbstherrlichkeit, geistige Limitierung und grenzwertige Integrationsfähigkeit. Ohne dem Spieler Lothar Matthäus zu Nahe treten zu wollen, darf hinter dem Menschen und Trainer Lothar Matthäus ein Fragezeichen gesetzt werden dürfen. Dass es den Trainer in Deutschland nie gegeben hat, wird wohl daran liegen, dass er sich selbst - Verzeihung - einen Lothar Matthäus nur bei Topvereinen der ersten Liga vorstellen kann. So führte seine Laufbahn an der Seitenauslinie quer durch Europa und Brasilien. In Wien startete er 2001 mit der schlechtesten Platzierung der Mannschaft seit ihres Bestehens, schädigte den Verein durch Aussagen öffentlich und wurde entlassen. Als Meister in Serbien und Montenegro mit Belgrad wechselte er 2004 als Nationaltrainer nach Ungarn und ließ den limitierten Fußball spielen, den die Mannschaft eben leisten konnte. RTL 2 holte den gelernten Raumausstatter dann doch nach Deutschland. Als Trainer von Fernseh-Soap-Verein Borussia Banana. In einem Monat in Paranaense/Brasilien mit Fanbegeisterung, Sieglosigkeit und Schiedsrichterbeleidigung landete er im Mai 2006 bei Red Bull Salzburg als Assistent von Giovanni Trapattoni und darf die souveräne Tabellenführung mit dem Verein feiern. Vielleicht lernt er von den Fertigkeiten des Maestro und darf irgendwann auch mal in Deutschland ran…
5. Ulrich Stielike / Elfenbeinküste
Noch einer, der in Afrika seinen Beruf ausübt. Uli Stielike ist seit September 2006 Trainer der Elfenbeinküste. Einer Mannschaft, die mit ihrem Star Didier Drogba bei der WM in Deutschland letztlich einer Todesgruppe zum Opfer gefallen ist und großes Potenzial für die Zukunft besitzt. Die Wahl der Mannschaft ist nicht die schlechteste. Aber die Frage stellt sich: Warum Stielike? Natürlich: weil er Deutscher ist und damit Inbegriff der fehlenden Tugenden. Seine Bilanz: Stielike war von 2000 (neben Erich Ribbeck) bis 2006 beim DFB beschäftigt, ist ehemaliger Nationalspieler und hat als Trainer ungefähr keine Erfolge. Die Kombination Ivorer-Stielike klingt obskur. Fragwürdig. Und verdächtig zum Scheitern verurteilt.
Anmerkung: Gerne wäre an dieser Stelle Horst Köppel genannt worden, doch dessen Gastspiel in Al-Wahda Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, wurde nach vier Spielen und drei Niederlagen zu schnell beendet.
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