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24.09.07 6.Spieltag Spiele wie dieses Autor: Tim Sohr
„Tage wie dieser sind erfunden und gemacht / Für schlechte Leute, bei denen nie gelacht wird“ – so lamentierten Deutschlands Vorzeigefußballfans, die Sportfreunde Stiller, vor einigen Jahren, als noch nicht „Alles Roger“ war. Spiele wie dieses am Wochenende im Bremer Weserstadion sind dagegen für eine bessere Welt erfunden und gemacht.
Inmitten von Ruhrgebietsderbys oder den Duellen zwischen Bayern und seinen härtesten Widersachern Bremen oder Schalke hat sich in den letzten Jahren ein anderer moderner Klassiker herauskristallisiert. Denn schon seit einigen Spielzeiten gehören die Spiele zwischen Werder Bremen und dem VfB Stuttgart regelmäßig zu den Highlights der Saison. Seit dem Rückspiel der Saison 2003/04, als man sich im Gottlieb-Daimler-Stadion an einem unvergesslichen Sonntagnachmittag im Frühling 4:4 unentschieden trennte, geht es zwischen den beiden Champions-League-Teilnehmern stets hoch her. So waren es nicht zuletzt die beiden denkwürdigen VfB-Siege gegen den SVW (3:2 in Bremen, 4:1 zuhause), die der Veh-Truppe in der vergangenen Saison die Weichen gen Meisterschaft stellten. Und auch an diesem 6.Spieltag hielt die Begegnung zweier Rekonvaleszenzen einer enttäuschenden Europapokalwoche alle Facetten eines Fußballspiels bereit, die das Fanherz begehrt. Man muss sich die speziellen Momente dieses Aufeinandertreffens an diesem Samstag erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Diego wird zehn Minuten vor dem Anpfiff vom ganzen Stadion frenetisch gefeiert, weil er seinen Vertrag vorzeitig um ein Jahr – bis 2011 – verlängert hat. Weinige Minuten später leitet der Brasilianer mit zwei frühen Geniestreichen das schnellste Doppelpack der Bundesligageschichte – verschnürt und eingetütet durch Hugo Almeida – ein. Almeida seinerseits hatte zunächst überhaupt nicht in der Anfangsformation des Spielberichtsbogens gestanden, der den Stuttgartern ausgehändigt wurde. Ob Flüchtigkeitsfehler oder Psychokniff der Crew um Klaus Allofs – in jedem Fall war es eine Maßnahme, die seine Wirkung nicht verfehlte. Die Stuttgarter Verantwortlichen waren deshalb auch nach dem Spiel noch angefressen. Dank Gomez und Sanogo fielen in der Anfangsviertelstunde noch zwei weitere Tore, was zum ersten Mal seit über zwei Jahrzehnten in einer Bundesligapartie wieder vier Tore innerhalb der ersten 15 Minuten bedeutete. Doch auch in den restlichen 75 Minuten ging es kaum minder spektakulär weiter. Kurz vor der Pause stimmte auch der Spielberichtsbogen wieder, als Doppeltorschütze Almeida mit Rückenprellung raus musste und Rosenberg ihn ersetzte. In der 50.Minute entschied sich das Spiel dann endgültig: Hilperts großartiger Schuss prallte von der Unterkante der Torlatte eindeutig hinter die Torlinie, doch Schiri Stark verließ sich auf seinen Assistenten Achmüller und verweigerte dem VfB den klaren Treffer. Das 2:3, das in die einzige wirkliche Drangperiode der Stuttgarter fiel, hätte der Partie eine Wende geben können. Stattdessen untermauerte Diego den beinahe schon geflügelten Ausdruck vom „überragenden Diego“ zur Beschreibung seiner sportlichen Darbietung. Nachdem er zwischenzeitlich mit einem unglaublichen Fallrückzieher nur knapp über das „Tor des Jahres“ gezielt hatte, krönte er seine Leistung schließlich in der Schlussminute mit einem abgefälschten Schuss aus 25 Metern zum 4:1-Endstand. Bremen erreichte erstmals in dieser Saison wieder die Galaform der letztjährigen Hinrunde, Stuttgart muss sich zunächst nach unten orientieren. Zusammen sorgten die beiden Teams einmal mehr für eines dieser ganz besonderen Spiele, das alles andere in den Schatten und gleichzeitig den „Wörns der Woche“ stellt…
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