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20.08.07 2.Spieltag Zweisamer Gipfelpfusch Autor: Daniel Wehner
Nach dem Debakel gegen Duisburg gab es für Thomas Doll nur eines: Konfrontationskurs. In einer Mischung aus Angriffslust und Konsequenz kündigte er im kicker an: „Mir ist egal, wie prominent einer ist.“ Für die Startaufstellung gegen Schalke hieß das: Degen und Smolarek raus, Kringe und Buckley rein. Das Resultat ist bekannt. War letzte Saison die Defensive noch verlässlichster Mannschaftsteil einer konstant indisponierten Dortmunder Truppe, scheint sie in dieser Spielzeit das schwächste Glied des lahmenden Gefüges zu bilden. Dass die Dortmunder Slow-Motion-Artisten in Gelsenkirchen verlieren würden, war angesichts der zuvor gezeigten Leistung gegen Duisburg wenig überraschend. Der Verlauf der Niederlage war aber durchaus für einen verwirrt langgezogenen Umlaut gut. Denn Schalke 04 demontierte die Dortmunder Teilzeitprofis nicht nur, sondern zeigte über 90 Minuten, wo der Unterschied zwischen modernem Fußball und der versuchten Imitation dessen liegt. Hinzu kam ein Christian Pander, der zur Bestform auflief, während Robert Kovac den Strafraum teils auf allen Vieren zu verteidigen suchte, Christian Wörns sich gelegentlicher Beinschüsse erfreuen durfte und Florian Kringe den Gegnern hinterhertrabte, als strebe er eine professionelle Zweitkarriere als Walker an.
Ein 4:1 kann man von zwei Seiten angehen: Man kann die Stärke des Siegers fokussieren, weil sich dieser auffällig gut gegen eine qualifizierte Mannschaft verkauft hat. Oder man kann die Schwächen des Unterlegenen hervorheben, weil sich diese eines Wettbewerbs unwürdig gezeigt hat. Im Fall „Schalke 04 – Borussia Dortmund“ war es eine schnelle Entscheidung.
Anders dagegen verhielt es sich beim zweiten „Gipfeltreffen“. Zwar unterlag Werder Bremen Bayern München klar mit 0:4, doch präsentierte sich Bremen - mit Blick auf die personelle Situation - weitaus besser, als es das Ergebnis hergibt. Zweifelsohne, der FC Bayern beherrschte das Spiel, Ribery bewies mit Kabinettstückchen und Konterläufen, was er Wert sein kann, und das Team spielte so abgeklärt, wie ein werdender Meister spielen muss. Doch die Bremer hielten zumindest in Halbzeit eins dagegen, kamen zu Chancen und hielten das Spiel offen, bevor sie sich in Hälfte zwei ergaben.
Von einem Gipfeltreffen wird im Allgemeinen erwartet, dass sich zwei starke Mannschaften miteinander messen, die sich annähernd auf Augenhöhe befinden. An Spieltag zwei konnte diesen Maßstab keiner der beiden Gipfel erfüllen.
Um der Kritik zuvorzukommen, dass Gipfeltreffen zwischen den bestplatziertesten Teams der Liga stattfinden: Schalke 04 gegen Borussia Dortmund ist nicht erst nach den Ereignissen des letzten Aufeinandertreffens ein Gipfel zwischen Erzrivalen.
Werder Bremen gegen Bayern München zieht seinen Gipfelcharakter weniger aus der Derbybrisanz, als mehr aus der Tradition zweier – seit Jahren – auf oberstem Level agierender Spitzenvereine.
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