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14.02.07
21.Spieltag
Erkenntnis der Extreme
Autor: Daniel Wehner

Momente der Erkenntnis sind meist extrem. Sie geben Aufschluss über Stärken und Schwächen. Sie weisen die Richtung des nachfolgenden Weges; führen zu einem gekräftigten Selbstbewusstsein, verbitterter Depression oder gleichgültiger Nüchternheit. In jedem Fall geben sie eine klare Standortbestimmung. Für Roman Weidenfeller dürfte diese weniger erfreulich ausgefallen sein, musste er doch einsehen, dass ihm die Konstanz abhanden geht (siehe Wörns der Woche). Im Ringen um ein bundesdeutsches Torwart-Trikot verblassen seine vorsaisonalen Heldentaten mit jedem weiteren Patzer. Mangelnde Konstanz dürfte auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass Thomas von Heesen die Bielefelder Alm verließ. Blieb doch die Erkenntnis, dass sein Vertragspoker „zu viel Unruhe im Verein“ gestiftet und der Mannschaft ein oberflächliches Alibi gegeben hat. Einen Schluss der Selbstbewusstsein stärkenden Art durfte Mohamed Zidan nach Spieltag Nummer 21 ziehen. Denn in Bremen hatte er sich lange Zeit unter Wert verkauft. In Mainz dagegen steht er symptomatisch für den raketenhaften Aufstieg.
Aufschlussreiche Einsichten brachte der Spieltag auch dem objektiven Beobachter aus der Ferne. Gleichwohl Dortmund ein bemerkenswert harmloser Gegner war, schaffte der HSV den Turnarround. Mit dem 3:0 meldeten sie sich eindrucksvoll im Kampf um den Ligaverbleib zurück. Für Ottmar Hitzfeld sollte das Spieltagsfazit ungleich frustrierender aussehen. Denn der FC Bayern besiegte zwar die Arminia aus Bielefeld, tat das aber auf mittlerweile gewohnt unsouveräne Weise. In dem Zustand sollte sich der FC Bayern nicht vor Madrid, sondern vor Schalke 04, Werder Bremen und dem VFB Stuttgart fürchten. Denn allein deren Leistung wird bestimmen, ob der FC Bayern künftig noch auf königlicher Ebene vertreten ist.
Weit entfernt von landesmeisterlichen Gala-Auftritten ist auch die Mannschaft von Bayer Leverkusen. Sie bewiesen erneut, dass Trippelschritte ihr Weg zur neuen Mitte sind, wo es sich widererwartend auch der BVB bequem gemacht hat. Gleichermaßen haben sich die Bremer Werderaner Form suchende Auftritte vorzuwerfen. Einst als Meisterschafts-Favorit gehandelt, müssen sie zunächst Stuttgart und die Bayern auf Distanz halten, bevor sie wieder in den Titel-Einkampf von Schalke 04 eingreifen. Dass Erkenntnis nur von kurzweiliger Dauer sein kann, ist hinlänglich bekannt. Wie endgültig sie tatsächlich ist, zeigt sich immer zum Ende einer Saison.

 
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