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13.08.07 1.Spieltag So schmeckt der Sommer Autor: Tim Sohr
Wie lange hatte es das eigentlich nicht gegeben? So einen lausigen Fußball-Sommer? 2004 hatte eine von leidenschaftlicher Offensive geprägte Europameisterschaft (mit einem zerstörerisch defensiven Titelträger) nachhaltig begeistert. 2005 trug der
„Confederations-Cup“ zu Recht den Beinamen „Mini-WM“ und Deutschland bejubelte erstmals kollektiv die nachwachsenden Hoffnungsträger um „Poldi“ und „Schweini“. Und im letzten Jahr war der Fußball-Nation das Hecheln nach dem Sommermärchenorgasmus kaum vergangen, da stand schon wieder der Liga-Alltag auf dem Programm. Was für glorreiche Festwochen all diese Ereignisse bereithielten. Wie Langnese-Eis bei 40 Grad, so schmeckten diese Sommer. „Ein Sonnenstrahl, und er war da...“
Und der Sommer 2007? Nun, die letzten Wochen seit dem spektakulären Pokalfinale von Berlin werden den Fans in Erinnerung bleiben als die Zeit, in der man sich ständig gegenseitig fragte: „Weißt du noch, im letzten Jahr? Weißt du noch…?“ Oder im vorletzten Jahr. Oder dem Jahr davor. Ein versalzener Sommer, nicht nur wegen dem regelmäßigen Unwetterwetter.
Doch jetzt ist die Saure-Gurken-Zeit vorüber, „Freude pur“ schreibt der „kicker“ und empfinden wir alle. Auch die pokalo-Redaktion. Endlich! Und es ist ja nun nicht so, dass dieser Sommer nicht auch Vorteile in sich barg. Wann konnte man sich zuletzt jemals so bedingungslos auf die Zusammensetzung seines Managerspiel-Kaders konzentrieren, ohne dass ein Großereignis den analytischen Blick aufs Wesentliche vernebelt hätte? Die Südamerikameisterschaft war nun wirklich zu weit weg. Und warum gab es in diesem Sommer eigentlich keinen Confed-Cup?
Wie auch immer, viel Zeit zum Beobachten, Abwägen und Einschätzen möglicher Punktegaranten. Wann gab es schon zuletzt so viele neue Gesichter, deren Bundesliga-Kompatibilität höchstens erahnt werden konnte? Eine Menge Raum für unterhaltsame Spekulationen auf dem Trainingsplatz, am Spielfeldrand und an der Theke. Der erste Spieltag konnte natürlich noch keine gesicherten Rückschlüsse auf die Qualität aller Neuverpflichtungen geben. Mit den meisten Debütanten konnte der Hobby-Manager an diesem Wochenende allerdings nichts falsch machen. Das gilt sowohl für die spektakulären Vereinswechsel innerhalb der Liga (siehe Klose oder Sanogo) als auch für die Liganeulinge (wie Ribery, Rakitic oder Ishiaku). Totalausfälle (neben unserem „Wörns der Woche“ beispielsweise ein Theofanis Gekas und ein Mike Hanke) sind Ausnahmen, die die Regel des positiven Gesamteindrucks bestätigen. Und auch abseits der Debütantenbälle gab es viele Gründe zum Feiern: Einen offenen Schlagabtausch beim Eröffnungsspiel zwischen Meister Stuttgart und Vize Schalke, Überraschungen wie die klaren Auswärtserfolge von Bielefeld, Duisburg und Karlsruhe, und überragende Einzelleistungen wie die von Tomislav Piplica, der den Cottbuser Punkt in Leverkusen im Alleingang festhielt. Es war ein schöner erster Spieltag. Es wurde noch kein fulminantes Feuerwerk geboten, aber es war schon mehr als nur ein guter Vorgeschmack. Die ungewohnt ruhige Sommerpause scheint Spielern und Verantwortlichen gut getan zu haben. Nach den letzten Jahren war das wohl auch nötig. Trotzdem war es höchste Zeit, dass der Ball jetzt endlich wieder rollt. Denn so wie an diesem Wochenende schmeckt der Sommer einfach besser als in den lauwarmen Wochen zuvor.
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