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10.12.07 Historisches, Handfestes und Hammermäßiges
Autor: Daniel Wehner
Es war einer jener Spieltage, die den Fußball als Weltsportart Nr. 1 rechtfertigen. Stadionübergreifende Spektakel katapultierten die Fußballgenießer in eine Zeit der Unbeschwertheit, als Kirch-Krise und Bosman-Urteil noch nicht allgegenwärtig waren.
Spiele wie Bremen gegen Hannover, Bochum gegen Karlsruhe oder Frankfurt gegen Schalke 04 ließen keine Zweifel an der Attraktivität der Bundesliga. Sie verhält sich wie das Können eines divenhaften Führungsspielers: das Aufblitzen der Fähigkeiten will wohldosiert, dann aber umso explosionsartiger vorgetragen werden. Spätestens als WDR2-Sport-Kommentator Michael Augustin kurz vor der der Halbzeit beim Stand vom 3:2 anmerkte: „das ist nicht etwa die Schlusskonferenz“, war klar, Hannover 96 gegen Werder Bremen würde solche Momente liefern, für die es sich lohnt, Fußballfan zu sein. In einem faszinierenden Schlagabtausch fuhr Hannover nach 35-jähriger Durststrecke wieder einen Sieg gegen eine Werderaner Mannschaft ein. „Ein Hammerspiel“, wie Augustin befand.
Auch der BVB schaffte mit direktem Kombinationsfußball und ungewohnter Abschlussstärke historisches: 6:1 gegen Bielefeld, der höchste Heimsieg seit 6 Jahren. Rassig ging es bei Eintracht Frankfurt gegen Schalke 04 zu. Rudelbildung, Hangreiflichkeiten von Ernst und Grossmüller, Thurksche Theatralik. Alles ward geboten, zum Leiden der Frankfurter Fans auch ein später Ausgleichstreffer. Die bayuvarische Eintracht war dagegen empfindlich gestört, nachdem es gegen Duisburg nicht gelungen war, den eigenen Fans im letzten Heimspiel ein vorweihnachtliches Dreipunkte-Geschenk zu bereiten. In der ARD-Sportschau machte man angesichts des harten Einsteigens des bayrischen Aggressivleaders einen neuen Bayernstil aus: „Grätschen statt Glänzen“. Idrissou mag sich in der 80. Minute gedacht haben: „Treten statt Trotten“, senste Oliver Kahn um, sah sich einem kopfschüttelnden Rudolf Bommer gegenüber und verabschiedete sich in die Kabine. Doch auch mit zehn Mann hielten die Duisburger ein 0:0. In der WDR-2-Konferenz entlockte das Ergebnis Edgar Endres ein „Sensation!“, im Sportstudio kokettierte man mit „einer fast schon kleinen Sensation“.
Als eben diese durfte wohl auch die Leistung von Gerhard Tremmel gewürdigt werden, der seiner Mannschaft mit zahlreichen Glanzparaden zu einem Punkt verhalf. Wären Lenz, Renno, Weidenfeller oder Neuer in ähnlich bestechender Form gewesen, hätten weitaus weniger Torreigen getanzt werden können. Auch hier finden sich Gründe für einen extrem unterhaltsamen, da ereignisreichen Spieltag. Doch ohne starke Offensivabteilungen, auch keine fliegenfangenden Torhüter.
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