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26.11.07 Dortmund in der Dauerkrise
Autor: Daniel Wehner
Mit einer Krise wird im Allgemeinen eine schwierige Lage bezeichnet. Jeder professionell arbeitende Fußballtrainer sollte in seinem Portfolio über dienliche Handlungsoptionen verfügen, um dieser zu entkommen. Denn laut Duden bezeichnet die Krise „eine entscheidende Wendung“, eine „schwierige Situation, Zeit, die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt“. Und wenn dieser Wendepunkt nicht mit überzeugenden Lösungsansätzen seitens des Trainers - und ihrer Umsetzung - einhergeht, steht am Höhepunkt der Krise ein weiterer in die Arbeitslosigkeit bezahlter Übungsleiter.
In dem Fall steht der Wendepunkt für einen anderen –meist gebrauchten – Besen, der sich bereits durch Funktionalität empfehlen konnte. Will Thomas Doll nicht in die Riege der grobmaschigen, laschborstigen Besen zurückgesetzt und durch ein frisch aufpoliertes Erfolgsmodell aus erster- zweiter- oder zehnter Hand ausgetauscht werden, sollte er in seinem Portfolio genauestens nach Lösungen jenseits der Ich-werde-alle-überforderten-Spieler-auf-die-Tribüne-verbannen-Rhetorik suchen. Denn ohne entsprechende Handlungen, muten derartige Ankündigungen wie ein Ausflug in Sphären inkonsequenter Laien-Psychologie an.
Was sich die Dortmunder Spieler dagegen auf dem Platz erlauben, ist weniger ein Ausflug als eine grauenerregende Irrfahrt gen Liga 2. Wobei ein Durchstarten in Liga 2 angesichts der lustlosen Auftritte durchaus folgerichtig und nicht allzu irrtümlich wäre. Allein die Nominierungen des „Wörns der Woche“ zeigen ausreichend mannschaftliche Schwächen auf, um die Pannenserie von einem Sieg aus den letzten neun Spielen zu erklären. Hinzu kommt, dass die Neuzugänge weiterhin auf ihren Durchbruch warten. Der als polnischer Figo angekündigte Jakub Blaszczykowski entpuppt sich eher als polnische Karikatur von Denílson de Oliveira (1998 einst teuerster und wohl ineffizientester Spieler der Welt). Diego Fernando Klimowicz wirkt in seinen Bewegungen so umständlich wie es ihm bei der Borussia einst Jan Derek Sörensen vormachte. Und auch der Transfer von Robert Kovac scheint ein Missverständnis der Dimension Binz oder Feiersinger. Doch Watzke betont: "Die Zukunft von Michael Zorc und Thomas Doll hängt nicht von den Ergebnissen der nächsten drei Spiele ab. Sie genießen unser uneingeschränktes Vertrauen". Ein dreiwöchiges uneingeschränktes Vertrauen; das erinnert an den BVB zwischen Scala, Skibbe oder Krauss – die Krise wurde stets zum Wendepunkt gemacht.
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