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13.11.07 13.Spieltag Freiheit Autor: Henning Hildebrabdt
Die Verträge sind gemacht / Und es wurde viel gelacht.
So klingt’s wenn Marius Müller-Westernhagen seine Hommage an die Freiheit besingt. Und für die ersten 12 Spieltage galt diese Äußerung auch für die Müchener Bayern. Denn da spielte der Rekordmeister in seiner eigenen Liga, scheinbar konkurrenzlos und unbesiegbar. Die Frage lautete nur: Wie werden die Bayern Deutscher Meister 07/08? Komplett ohne Niederlage oder doch über einen Weg mit Stolpersteinen?
Seit diesem Wochenende stellt sich diese Frage nicht mehr. Denn die erste Saisonniederlage hagelte in dem wie immer stets brisanten Südgipfel. Und nach drei Unentschieden in Folge, inklusive Uefa-Cup, bahnte es sich bereits an: Die Münchner Freiheit ist nicht bloß in der Schlagermusik unter ferner liefen zu finden sondern auch bei der hausgebackenen Unantastbarkeit im nationalen Fußball.
Dass eine Niederlage derartig hohe Wellen schlägt, verwundert dennoch. Denn die Vorstellung völlig unbeschadet durch 34 Spieltage auf den Rathausbalkon zu klettern, ist so anmaßend wie utopisch. Eine derartige Meisterschaftsdominanz schaffte in 44 Jahren Bundesliga noch keine einzige Mannschaft. Der Rekordwert einer Abschlusstabelle liegt bei einer Niederlage. Aufgestellt von…den Bayern. In der Saison 86/87. Dort verloren die Männer unter der Regie des Meistertrainers Lattek am 12. Spieltag mit 0:3 gegen Leverkusen. Ob es damals ein ähnliches Donnerwetter an der Säbenerstraße gab wie just an diesem Wochenende, ist fraglich, doch eines ist Gewiss: Selten wurde ein Tabellenführer derartig kritisiert wie diesmal. Rotation ist auf einmal das Unwort des Jahres. Die taktischen Vorgaben des Herrn Hitzfeld sind auf den (Null-)Punkt(-Tag) völlig falsch. Und die Garde um Redelsführer Rummenigge holt zum Rundumschlag aus.
Die beste Mannschaft solle immer spielen. Heißt es. Jetzt. Dass dabei vergessen wird, was passiert, baut man all-englisch-wöchentlich stets auf dieselben Kräfte, wie einst in Leverkusen oder auf Schalke oder wie vor zwei Jahren in Hamburg, zeugt von fußballerischen Kleingeistigkeit. Denn im Endspurt einer Meisterschaft sind schon viele vor Erschöpfung gestrauchelt. Das zu verhindern, wenn einigermaßen adäquates Ersatzpotential lauert, ist ein nur zu rechtfertigendes Mittel der Erfolgsschöpfung.
Wenn es denn wider Erwarten misslingt, sieht’s natürlich schlecht aus. Doch aus diesem Konfiktbecherchen mit sofortiger Wirkung ein Fass ohne Boden aufzumachen, darf durchaus als unsouverän des Souveräns getadelt werden. Berechtigt war die Kritik im Uefa-Cup-Spiel gegen Bolton an den Spielern der letzten halben Stunde. Bezeichnen könnte man es Arroganz und Selbstherrlichkeit. Kein Grund jedoch eine durchaus immer mögliche Niederlage beim VfB Stuttgart als totales Nirvana spielerischen Vermögens aufzublähen und Spieler wie Trainer offen der breiten Diskussion feil zu bieten. Aber Einschätzungen im Übermaß sind in Bayern nun mal nichts Neues.
Neu ist es denn auch nicht, an so einem Wochenende die Leistungen anderer zu vergessen. Demnach hier in aller Kürze: Chapeau Stuttgart, Glückwunsch Leverkusen, Gratulation Bremen, Hut ab Bielefeld, Respekt Bochum. Und ein Lob nach Cottbus.
Und nach München: Der Udo hat damals 13 Mal Unentschieden gespielt. Da ist noch genug Luft bis ganz nach oben. Und vielleicht gibt’s dann auch was Süßes zum Dessert. In diesem Sinne, auf die Freiheit.
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