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20.11.06
13.Spieltag
Keine Angst, die 13 steht!
Autor: Daniel Wehner

Die Formel 1 verzichtet auf die Startnummer 13. In Hotels sucht man Stockwerk 13 meist vergebens. Und die Sitzreihe 13 im Flugzeug ist oft ebensowenig zu finden. Das Extrem dieses weit verbreiteten Aberglaubens nennt sich Triskaidekaphobie, die irrationale Furcht vor der Zahl zwischen 12 und 14.
In der Fußball-Bundesliga scheint diese wenig geläufig. Aus Aberglaube den Spieltag umbenennen in „Der Spieltag nach dem Zwölften“, „Spieltag 14 minus 1“ oder „Spieltag siehe Ballacks Rückennummer“. Nein! Warum denn auch, gibt es doch keinerlei Anlass dazu. Wie gesagt, bei Triskaidekaphobie geht es um eine irrationale Furcht. Aleksandar Vasoski wird das vielleicht anders sehen, erhielt er doch im neunten Spiel den dritten Platzverweis (siehe Wörns der Woche). Aber der gemeine Fußballfan kann sich nicht beklagen: 29 Tore in neun Spielen. Das macht eine Quote von 3,22 Toren pro Spiel. Und auch die dreizehnten Spieltage der letzten und vorletzten Saison gaben mehr Anlass zu kollektiver Freude als zu allgemeinem Groll gegenüber der verschmähten Nummer. So gab es in den letzten beiden Jahren an diesem Spieltag sogar je 32 Tore, was einen Schnitt von 3,55 Tore pro Spiel ergibt.
Doch die 29 Tore des vergangenen Spieltages reichen bereits für einen überdurchschnittlichen Wert – in den Spielzeiten zuvor pendelte sich die saisonale Torquote pro Spiel meist zwischen 2,3 und 2,9 ein. Am Wochenende waren es aber 3,22, das sind genau 3,22 Tore mehr als bei Bielefeld gegen Wolfsburg oder Mainz gegen Hamburg. Für den beachtlichen Torschnitt sorgte diesmal nicht Hanke nach Krzynowek-Flanke. Und auch Stoßsturm-Sanogos Tore blieben aus. Als Protagonisten spielten sich vielmehr zuletzt gescholtene Spieler wie Streit, Kuranyi oder Schlaudraff in den Vordergrund. Streit schaffte den zweitschnellsten Doppelpack der Bundesliga-Hisorie. Das änderte aber nichts daran, dass Bochum ungeahnte Kräfte freisetzte und zum ersten Mal seit 1998 einen 0:2-Rückstand drehte; Endstand: 4:3! Bemerkenswertes ereignete sich auch an der Tabellenspitze: Bayern scheint seine „Wir hauen weg, was uns vor die Flinte kommt“- Mentalität wiedergewonnen zu haben. Seit Leverkusen ist die Tormaschinerie in Gang gesetzt und der Siegeswille zurückgekehrt in den bayrischen Elite-Kader. Spiele werden im Minutentakt gedreht, aufstrebende Champions-League-Anwärter in ihre Schranken gewiesen und punktelos nach Hause geschickt. Nächste Woche wird sich zeigen, ob die bayrische Alphatier-Gesinnung auch nach glamourösem Köniksklasse-Kick noch bestand hat. Die letzten Male sah das anders aus.
Werder Bremen dagegen nimmt sich die Auszeiten derzeit vor den Champions-League-Spielen. Von einer Krise zu reden, wäre wohl übertrieben, schließlich steht Werder auf Platz zwei und hat auch international noch das Heft des Handelns in der Hand. Allerdings werden Abwehrpannen, wie im Aachener Tivoli gesehen, gegen Chelsea London das sofortige Aus bedeuten. Nach den jüngsten Bundesligaauftritten der Werderaner Eurofighter bedarf es gegen die „Blues“ mal wieder ein Weser-Wunder.
Ehemals Eurofighter, aktuell Ligaleader kommt Schalke immer besser in Fahrt. Auch wenn Neuer nicht gerade wie der Rückhalt eines Meisterschaftsaspiranten wirkt, der Form-Chart zeigt nach oben auf Schalke: Kuranyi scheint die Torflaute überwunden, auch ohne Lincoln schießen die Knappen vier Tore, Pander kommt nach 19 Monaten verletzungsbedingter Pause zurück und trifft. Alles in allem also kein Grund Angst zu haben vor der 13. Denn sie steht auch für Schlaudraff´sche Wundertore, Nürnberger Last-Minute-Siege und Schalker Schützenfeste.

 
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