Prolog
 
Als Zögling der Mannheimer Defensivschule und viertjüngster Bundesliganeuling erarbeitete sich Christian W. mit den Jahren den Ruf des Zweikampf-Dominators, Ball-Behaupters und Sturm-Stoppers. So die eine Hälfte selbst ernannter Fußball-Experten. Doch da sich die Geister bekanntlich an Bananenweizen, eingleisiger dritter Liga und Christian W. scheiden, gibt es auch die andere Seite, die Christian W.-Dauer-Kritiker. Gebetsmühlenartig werden sie nicht müde, die Schleife über das deutsche Freundschaftsspiel in Rotterdam (17.08.05) zu ziehen, um dann wieder zu seiner Hauptschuld am Scheitern gegen Davor-Kroatien-Suker (Viertelfinale WM 1998) zu kommen. Natürlich ist in dem Zusammenhang Lothar M. nicht zu vergessen, doch Libero-Lothar holte sich keine rote Karte, auf die drei kroatische Tore folgten. Bleibt also festzuhalten: Die Elefanten unter den Nachtragenden werden mit dem Namen Christian W. auf Lebzeiten empfindlich desaströse rote Karten verbinden, missglückte Abwehrversuche, die niederländische Flügelstürmer zu Toren animieren, und Laufduelle, die irgendwo zwischen sicherem Ballabstand und gegnerischem Torjubel verloren gingen.
Und für die Nicht-Elefanten bleibt ja immer noch der schwungvolle, mit Augenmaß platzierte, Ellbogencheck am Kinn des vorbeilaufenden Kießlings (31. Spieltag 05/06) – Konsequenz: fünf Spiele Sperre.
Da sich auch die Karriere eines Christian W. einmal zu Ende neigt, verlangt Fußball-Deutschland nach einem würdigen Nachfolger. Daher die Talentscout-Rubrik: „Wörns der Woche“. Und wem es bisher entgangen war: Gebetsmühlen finden wir gut.                                                                                     Daniel Wehner

 
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