06.10.07
Europapokal / 2. Spieltag
Formelhaftes Für und Wider
 
Autor: Daniel Wehner

Fasst man die Geschehnisse des zweiten Europapokal-Spieltages zusammen, bleibt die Quintessenz: Der Deutsche Klub-Fußball festigt seinen Rang in der internationalen Spitzengruppe der Bedeutungslosen – der an der Champions-League-Quali gescheiterten. Auf Topniveau scheinen Deutsche Vertreter dagegn nur noch schnell passierter Etappenabschnitt auf dem Weg in Richtung Endrunde.

In einer allgemeinen Formel aufbereitet ließt sich das bisherige UEFA-Pokal-Fazit so: Bayer Leverkusen + Hamburger SV + 1. FC Nürnberg + Bayern München = 4 x Gruppenphase + X. Dabei steht das X für Erfolge wie ein Viertelfinale, Halbfinale oder gar das Endspiel in Manchester, die zur Gruppenphase hinzuaddiert werden können, um somit für eine passable Ausbeute in der Fünfjahreswertung zu sorgen.

Dass gleich alle vier Deutschen UEFA-Cup-Teilnehmer in die Gruppenphase vorgedrungen sind, ist nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre (Vorrundenaus von Schalke 04, Hertha BSC und einem Dutzend anderer) kein Automatismus. Die These der fortschreitend geringer werdenden Qualitätsdifferenzen im weit gefächerten Mittelfeld wird dadurch unterstrichen, dass in dieser Saison bereits zahlreiche Klubs aus Europas Top-Fünf an Spieltag 1 scheiterten. Denn mit den Blackburn Rovers, Real Saragossa, US Palermo, Sampdoria Genua, dem FC Empoli, RC Lens und dem FC Sochaux mussten gleich sieben internationale Mittelklasse-Größen die Segel gegen vermeintliche Underdogs streichen. Auffällig oft dominierten die griechischen Klubs ihre Gegner. So verloren etwa die Blackburn Rovers, Real Saragossa und der FC Sochaux den Ländervergleich mit Griechenland.

Werder Bremen stand dem Trend nicht nach. Mit einer Larifarileistung gegen Olympiakos Piräus verspielten sie eine gute Ausgangslage. Alles andere als ein Sieg gegen Lazio Rom am kommenden Spieltag wäre damit das sichere Ende des Abenteuers Champions League für den ambitionierten Weser-Klub. Auch der VFB Stuttgart musste eine Heimniederlage über sich ergehen, während der FC Schalke 04 seine Tabellenposition mit einem Pflichtsieg nur geringfügig verbessern konnte. Da die verlorengegangene Abgeklärtheit Deutscher Teams in der Königsklasse kein neues Phänomen ist, ist das Champions-League-Aus der Bundesligavertreter bereits nach Spieltag 2 abzusehen. Daraus folgt: VFB-Stuttgart + Werder Bremen + Schalke 04 = Uefa-Pokal ³ – X. Sollte sich das X ebenfalls als UEFA-Pokal ³ erweisen, hieße das: UEFA-Pokal ³ – UEFA-Pokal ³ = 0 – für die Königsklasse keine unrealistische Ausbeute Deutscher Teams.



 
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