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04.05.07
Uefa Pokal/ Halbfinale Layec und Reinke sorgen für´s Aus
Autor: Daniel Wehner
Wenn man ein UEFA-Cup-Halbfinalhinspiel auswärts mit 0:3 verliert, dann muss im Rückspiel alles stimmen, um noch ins Finale einzuziehen: ein dramaturgisch einwandfreier Spielverlauf, ein unauffälliger oder nach Heimvorteil pfeifender Schiedsrichter, eine fehlerfrei auftretende Heimmannschaft; all das war gestern nicht zu sehen.
Der Spielverlauf schien den Bremern zwar zunächst in die Karten zu spielen – nach Hugo Almeidas sehenswertem Heber in der 4. Minute (1:0) keimte Hoffnung auf ein neuerliches Weser-Wunder auf. Doch dann kam jene 19. Minute, die einer spannenden, Erfolg versprechenden Dramaturgie keine Chance ließ und den Referee Layec zum Hauptakteur apostrophierte. Bereits in der 2. Minute hatte er Miro Klose für ein „fast normales Kopfballspiel“ (Klaus Allofs) die gelbe Karte gezeigt. Kose stieg hoch und ging zum Kopfball, als er seinen Ellbogen in kaum erwähnenswerter Weise einsetzte, um sich gegen den Katalanischen Gegenspieler zu behaupten – maximal ein Allerweltsfoul. In der 19. Minute ließ sich Klose dann jenseits der Strafraumgrenze fallen: Schwalbe, Gelb-Rot!
Jetzt lässt sich viel über Fingerspitzengefühl reden, über die „absolute Frechheit“ (Karl-Heinz Riedle) oder darüber, dass der Schiri „es geschafft hat, das Spiel zu zerstören“ (Allofs).
Kurz nach der Pause war es aber Reinke, der patzte und die Bremer Niederlage besiegelte. Die scharfe Hereingabe von links wusste er nicht zu klären, als er sich mit der Unentschlossenheit eines Torwarttrikot tragenden Feldspielers in die Flanke legte, um den Ball direkt vor die Füße von Coro zu fuchteln: Tor!
Und auch beim zweiten Gegentreffer machte Reinke keine gute Figur. Ein solcher Kopfball, wie er nach der von links geschlagenen Ecke im kurzen Eck einschlug, sah sich freilich schon mit lebhafterer Torwart-Gegenwehr konfrontiert. Erich Laasers Kommentar dazu: „Reinke steht da wie angewurzelt und weiß eigentlich gar nicht, was er da macht.“
Spätestens jetzt war klar, dass an diesem Abend eine Neuauflage des Weser-Wunders vergeblich auf sich warten ließ.
Um dem Ganzen noch einen bestätigenden Akzent zu verleihen, zog Referee Layec auch weiterhin gelbe Karten für gelbunwürdige Aktionen und beließ es bei Verwarnungen für gelbwürdige Aktionen. Der Höhepunkt: Ito brachte Jensen mit einer rüden Grätsche zu Fall. Da sich Ito über die gelbfarbige Konsequenz bewusst und bereits aus dem Hinspiel vorbelastet war, mischte er sich unter seine Katalanischen Mitspieler, um sich der ambivalenten Taten von Schiri Layec zu entziehen. Und sein Plan ging auf: Mit seiner Nachdruck suchenden Gestik verbrachte er anderthalb Minuten, ehe er mit Zabaleta den falschen Spieler zu sich beorderte und ihn mit gelb verwarnte. Bei konsequentem Anlegen seines Maßstabs aus der 19. Minute hätte er Zabaleta nach Ellbogencheck wenig später vom Platz stellen müssen - doch er tat es nicht. Und auch für das an Theatralik reiche Zeitspiel der Spanier fand er nicht mehr als ermahnende Worte. Letztlich leitete er einen vollends verkorksten Europapokalabend ein, zu Ende brachte ihn aber Reinke und eine zwar kämpfende, aber nach zahlreichen Ausfällen an Mitteln arme Bremer Mannschaft.
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